Geschichte

des Deutsch Drahthaar

 

Vor gut hundert Jahren entstand eine der beliebtesten Jagdhunderassen Österreichs, der Deutsch Drahthaar. Er hat sich zu einem beliebten und häufig gezüchteten Vorstehhund gemausert, der auch in vielen anderen europäischen Ländern sowie in den USA, Kanada und Russland - als kerniger, temperamentvoller und vielseitiger Jagdgebrauchshund – auf dem Vormarsch ist.
Die eigentliche Entstehung der Rasse Deutsch Drahthaar(DD) ist der Tatsache zu verdanken, dass es Ende des 19. Jahrhunderts eine Reihe von rauhhaarigen Jagdhunderassen in Deutschland gab, die sich – gewollt oder ungewollt – zahlreich miteinander kreuzten. Die daraus hervorgegangenen Nachkommen waren fast immer außerordentlich gute Gebrauchshunde. Grundstein für die Drahthaar- Zucht in Deutschland war die Erkenntnis, dass die züchterischen Ziele der Reinzucht häufig in eine Sackgasse führten.

Hegewald

Sigmund Freiherr von Zedlitz und Neukirch, kurz „Hegewald“ genannt hatte die Idee, einen wesensfesten, leistungsstarken und vielseitigen drahthaarigen Jagdgebrauchshund zu züchten. Bis heute wird ihm zu Ehren jährlich die „Hegewald- Zuchtprüfung“ durchgeführt.
Um 1900 begann man also aus Rassen, wie Pudelpointer, Korthals - Griffon und Deutsch Stichelhaar – alles rauhaarige Jagdhunderassen –, unter Einkreuzung von Deutsch Kurzhaar zur Verbesserung der Vorstehqualitäten einen Jagdhund zu züchten, der in allen Bereichen der jagdlichen Praxis einsetzbar war. Wichtiges Kriterium war auch das harsche, wetterfeste Fell, das den Hund vor Nässe, Kälte und Verletzungen schützen sollte.
Im Jahr 1897 wurde das „Deutsche Gebrauchshund-Stammbuch“ erschaffen, in das alle Jagdgebrauchshunde eingetragen wurden, welche die Verbandsgebrauchsprüfung bestanden hatten. Aus diesen Hunden konnten dann aufgrund ihrer Leistungen diejenigen ausgewählt werden, die zur Gründung und Zucht des Deutsch Drahthaar führen sollten. Im Jänner 1902 erschien in der „Deutschen Jäger-Zeitung“ ein Aufruf zur Gründung eines „Verein Drahthaar“. Schon im Mai desselben Jahres wurde dieser Verein gegründet und zwei Jahre später in „Verein Deutsch-Drahthaar“ umbenannt, wie er bis heute immer noch heißt. In den Statuten des Vereins gab es dann auch schon einen Paragraphen mit der Überschrift „Kennzeichen des deutsch-drahthaarigen Gebrauchshundes“, in dem ein erster Standard für die Zucht vereinbart und verkündet wurde.

Robust & langlebig

Als eine der wenigen Rassen, die ohne Inzucht entstanden sind, wurden damalige Deutsch Drahthaar-Züchter von Züchtern anderer „reiner“ Rassen oft verhöhnt, weil sie immer wieder verschiedene Rassen mit einkreuzten. Letztendlich gelang es durch gezielte Zuchtwahl  jedoch, den erwünschten Typus herauszuzüchten. Tiere mit unerwünschten Merkmalen, wie zum Beispiel ein typisches Kurzhaar- Fell oder zu langes, weiches Haar, wurden zur weiteren Zucht nicht zugelassen. Es kommt jedoch auch heute hin und wieder vor, dass Welpen fallen, die ein zu kurzes oder zu langes Fell aufweisen. In nur wenigen Jahrzehnten entwickelte sich der Deutsch Drahthaar zu einem der beliebtesten und häufigsten Jagdgebrauchshunde. Die offizielle Bezeichnung dieser Rasse lautet „Deutscher Drahthaariger Vorstehhund“. Nach der FCI-Klassifikation wird er der Gruppe 7 (Vorstehhunde) und innerhalb dieser Gruppe der Sektion Kontinentale Vorstehhunde zugeordnet. Der Standard hat die Nr. 98 erhalten und wurde das letzte Mal im Jahr 2000 überarbeitet. Erklärtes Ziel der Deutsch-Drahthaar-Zucht war immer das Motto: „Durch Leistung zum Typ“. Zuchtziel war nicht ein einheitliches Äußeres oder eine besonders schöne Fellzeichnung, vielmehr wurden Leistung und Vielseitigkeit gefördert, und man selektierte die Zuchttiere danach. Dies begründet  auch die Tatsache, dass die Vertreter dieser Rasse auch heute immer noch recht unterschiedlich aussehen. Die Vielfältigkeit und die Tatsache, dass ohne Inzucht ein einheitlicher Typ erreicht wurde, wirken sich aber auch sehr positiv auf die Gesundheit der Rasse aus. Die Hunde sind robust und relativ langlebig – ein Alter von 12 bis 14 Jahren ist keine Seltenheit.

Charakteristika

Folgende Farben sind laut Rassestandard beim Deutsch Drahthaar zugelassen: Braunschimmel mit oder ohne Platten, Schwarzschimmel mit oder ohne Platten, Braun mit und ohne weißem Brustfleck sowie Hellschimmel. Rüden müssen eine Widerristhöhe zwischen 61 und 68 cm, Hündinnen zwischen 57 und 64 cm haben. Wichtig ist das harte, eng anliegende, drahtige Haar mit einer dichten, Wasser abweisenden Unterwolle, das einen möglichst guten Schutz gegen Witterungseinflüsse und Verletzungen bietet. Das Deckhaar ist zwischen 2 und 4 cm lang. Besonders beliebt in Drahthaarkreisen sind ein harscher Bart und buschige Augenbrauen, die diesen Hunden einen etwas grimmigen, aber dennoch liebenswerten Gesichtsausdruck verleihen. 
Eher selten sind Schwarzschimmel. Sie haben die Fellfarbe von den früher als „Preußisch Kurzhaar“ bezeichneten Hunden geerbt, bei denen es sich um Schwarzschimmel-Kurzhaar- Kreuzungen handelte. Dadurch besitzen sie auch einen gewissen Anteil an Pointerblut. Völlig schwarze Deutsch Drahthaar sind aber unerwünscht. Daher dürfen einfarbig braune Tiere nicht mit Schwarzschimmel verpaart werden, da die Nachkommen nach den Mendel’schen Vererbungsregeln einfarbig schwarz werden würden, denn die Gene für „Einfarbigkeit“ und „Schwarz“ sind jeweils dominant und kämen bei solch einer Verpaarung zusammen.

Dank seiner vielen Vorfahren hat der Deutsch Drahthaar eine Menge zu bieten und eignet sich für alle Arbeiten vor und nach dem Schuß. Der Deutsch Drahthaar gilt als Multitalent und größter Erfolg deutscher Hundezüchter.
Der Deutsch-Drahthaar ist zu einem weit verbreiteten Jagdgebrauchshund geworden, und braucht den Vergleich mit keiner anderen Hunderasse zu scheuen. 
Die Geschichte der Deutsch-Drahthaar-Zucht ist mit ihrem Motto "... durch Leistung zum Typ" eine Erfolgsgeschichte geworden.
 

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